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AUSWEICHENDER MOTORRADFAHRER WAR UNFALLVERSICHERT

Weicht ein Motorradfahrer aus, um einen Unfall mit einem – ihm die Vorfahrt nehmenden – Radfahrer zu vermeiden, steht er unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Ausweichmanöver ist eine „Rettungshandlung“, die den Unfallschutz begründet, wie das Sozialgericht (SG) Dortmund in einem am Dienstag, 15.11.2016, bekanntgegebenen Urteil entschied (AZ: S 17 U 955/14).

Der 53-jährige Motorradfahrer war privat in Kamen unterwegs, als ihm ein Radfahrer die Vorfahrt nahm. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wich der Motorradfahrer aus. Dabei stürzte er und verletzte sich seine Schultergelenke.

Die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen lehnte es ab, dies wie einen Arbeitsunfall zu entschädigen. Die hiergegen gerichtete Klage des Motorradfahrers hatte nun zunächst in erster Instanz Erfolg.

Unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stünden auch Personen, die bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not Hilfe leisteten oder einen anderen aus erheblicher gegenwärtiger Gefahr für seine Gesundheit retteten. Dieser Tatbestand sei hier erfüllt. Durch sein Ausweichmanöver habe der Motorradfahrer den Radfahrer aus erheblicher Gefahr gerettet.

Das Argument der Unfallkasse, angesichts der kurzen Reaktionszeit könne eine bewusste „Rettungsabsicht“ nicht unterstellt werden, ließ das SG nicht gelten. „Auch eine spontane, ohne intensive Überlegung verrichtete Rettungstat wie ein Ausweichmanöver im Straßenverkehr ist versichert“, betonten die Dortmunder Richter in ihrem Urteil vom 02.11.2016.

Rechtsanwalt Thorsten Blaufelder

Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator, Wirtschaftsmediator

Kanzlei Blaufelder in Dornhan/Landkreis Rottweil